Archiv 2017
16.01.2017 - Gast im Presseclub

Michael Bammessel, Präsident des Diakonischen Werks Bayern

 

Moderation: Dieter Barth

 

Zeitungsartikel 1 

 

Zeitungsartikel 2 

24.01.2017- Gäste im Presseclub

Die Chefredakteure Michael Husarek, Alexander Jungkunz (NN) und Dr. Andre Fischer, Stephan Sohr (NZ)

 

Moderation: Gabriele Koenig 

 

Zeitungsartikel 1 

 

 

 

 

27.01.2017 - Podiumsdiskussion zum Sacharow-Preis

Mit Düzen Tekkal, Jesidin, Journalistin und Mitstreiterin der beiden Preisträgerinnen und anerkannte Journalistin und Kriegserstatterin,den Europaabgeordneten Monika Hohlmeier (CSU), Ismail Ertug (SPD) und Prof. Petra Bendel, Expertin für Flüchtlingspolitik an der FAU Erlangen-Nürnberg.

Moderation Armin Lelenik, stellvertretender Chefredakteur bei den Nürnberger Nachrichten

14.02.2017 - Gast im Presseclub 

Volker Herres, Programmdirektor des Ersten Deutschen Fernsehens

Volker Herres (59) ist seit 2007 Programmdirektor des Ersten Deutschen Fernsehens. Als einer der profiliertesten Journalisten Deutschlands blickt er auf eine lange Erfahrung in unterschiedlichen Funktionen zurück., unter anderem beim ZDF, dem NDR und der ARD. Viele kennen ihn aus vielen TV-Sendungen. Mit Volker Herres gibt es vieles zu erörtern, etwa: Was steht auf der Agenda der ARD, wo sieht sie ihre Aufgaben in der sich dramatisch wandelnden Medienlandschaft?

 

Moderation: Dr. Siegfried Zelnhefer 

 

Zeitungsbericht 1 

22.02.2017-Presseclub unterwegs

Wir besuchen die Bayerisch - Tschechische Landesausstellung 2016/17 - Karl IV. 1316/2016

 

- nur für Mitglieder - 

 

07.03.2017 - Gast im Presseclub 

Hubertus Förster, röm. kath. Stadtdekan und Dr. Stefan Ark Nitsche, evang. luth. Regionalbischof zum Lutherjahr

 

Moderation: Alexander Jungkunz 

 

Zeitungsbericht 1 

Zeitungsbericht 2 

 

 

In Verschiedenheit gemeinsam unterwegs

Das Reformationsjahr ist angelaufen und wird am 31. Oktober seinen vorläufigen Höhepunkt erreichen. Für den PresseClub Nürnberg ein willkommener Anlass, zwei namhafte Vertreter der beiden großen christlichen Kirchen aufs Podium zu bitten: den katholischen Stadtdekan Hubertus Förster und den evangelischen Regionalbischof Prof. Dr. Stefan Ark Nitsche.

Moderiert wurde der Abend von Alexander Jungkunz, Chefredakteur der Nürnberger Nachrichten und im Vorstand des PresseClubs aktiv.

Offen und respektvoll wurde über Luther, sein Wirken und vor allem über die Glaubensspaltung diskutiert. Sowie über all die Wunden und Verletzungen, die sich Katholiken und Protestanten zugefügt haben. Deutlich wurde dabei immer wieder: Trotz der Unterschiede gibt es auch viele Gemeinsamkeiten und ähnliche Sichtweisen. So erklärten Nitsche und Förster beispielsweise beide, von Luthers „Mut" und seiner „Beharrlichkeit" fasziniert zu sein.

Außerdem plädierten sie dafür, dass Katholiken und Protestanten „in ihrer Verschiedenheit gemeinsam unterwegs sein sollten". „Man ist von seiner eigenen Konfession geprägt. Das kann man nicht ablegen. Aber man kann sich gegenseitig anerkennen", sagte Förster. Nitsche sieht das ähnlich und lehnt eine Fusion beider Kirchen ab. Viel entscheidender sei seiner Meinung nach eine gute Kooperation. „Eine Fusion ist ein wirtschaftliches Modell, das sich auf soziale Gruppen nicht übertragen lässt", so Nitsche. Unter Zwang eine gemeinsame Identität ausbilden zu müssen, sei nicht zielführend. Viel wichtiger sei es, „befruchtend und belebend" in Unterschieden vereint zu sein und sich gegenseitig als ernsthafte Christen anzuerkennen. Denn als solche stehe man derzeit vor enormen gesellschaftlichen Herausforderungen.

So teilen Nitsche und Förster auch einen Herzenswunsch: Dass Katholiken ganz selbstverständlich am protestantischen Abendmahl teilnehmen können und Protestanten an der katholischen Eucharistiefeier - ohne Grenzen im Kopf und ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Nitsche dazu: „Das Entscheidende dabei ist, ob ich glaube, dass mir Gott in dem Moment begegnet."

21.03.2017 - Presseclub unterwegs

Besuch der Degussa Goldhandel Niederlassung Nürnberg

 

- nur für Mitglieder -

27.03.2017 - Gast im Presseclub 

Florian Kellermann, er berichtet seit 2015 für Deutschlandradio als Korrespondent für Polen und die Ukraine mit Sitz in Warschau sowie gemeinsam mit der Moskauer Deutschlandradio-Koerrespondentin Gesine Dornblüth auch aus den baltischen Staaten und Weißrussland

 

Moderation: Günther Moosberger

 

 

„Polen ist nicht mehr das Wohlfühlland, das es einmal war“

Florian Kellermann hält sein Laptop in der Hand, hinter ihm steht ein Soldat mit Maschinengewehr. Kellermann soll die Festplatte formatieren. Doch das Gerät ist neu, der Journalist kann die Forderung nicht erfüllen. „Dann schmeiß das Ding auf den Boden und ich schieße drauf“, schreit der Soldat. Ihm gefällt nicht, dass Kellermann und ein Kollege auf der Krim gefilmt haben.

Es sind Szenen wie diese, von denen Kellermann bei seinem Besuch im Nürnberger Presseclub erzählt. Für seine Arbeit als Osteuropa-Korrespondent für das Deutschlandradio berichtet er regelmäßig aus Polen und der Ukraine.

So war der gebürtige Nürnberger als einer der wenigen deutschen Journalisten auf der Krim, als der Krieg dort 2014 ausbrach. „Ich war vor Ort, als Weltgeschichte geschrieben wurde.“ Er musste viele Gespräche live vor Ort führen, den Kollegen in Berlin und den Zuschauern in Deutschland seine Eindrücke schildern. Mittlerweile gehe der Krieg nur noch auf Sparflamme weiter. Die Jungen sind längst weggezogen und die Alten haben genug von den Schusswechseln vor ihrer Haustür. „Wie wird der Konflikt weitergehen?“, fragt Moderator Günther Moosberger den Korrespondenten deshalb. „Es wird sich hinziehen.“ Die Berichterstattung ist längst abgeflaut, auch Kellermann war längere Zeit nicht mehr dort.

Der Journalist wohnt in Warschau. Dort erlebe er regelmäßig eine anti-deutsche-Rhetorik, wie er sagt. „Das ist unangenehm.“ Doch er kann die Polen manchmal sogar verstehen. Allein die Supermärkte seien überschwemmt von ausländischen Produkten. Deutschland werde da oft neidisch beäugt. „Die Polen haben das Gefühl, ihr Land stecke noch im Morast.“ Die ablehnende Haltung vieler Politiker gegenüber Deutschland stoße da schnell auf Zustimmung bei der Bevölkerung. Es ist eine Entwicklung, die Kellermann mit Sorge beobachtet. Er sagt: „Polen ist nicht mehr das Wohlfühlland, das es einmal war.“

29.03.2017 - Mitgliederversammlung
27.04.2017 - Gast im Presseclub 

Dr. Oliver Tissot, Lachverständiger und Wortakrobat

 

Zeitungsartikel 1 

 

 

DER HOFNARR UND DIE KÖNIGIN

Einer breiten Masse ist Dr. Oliver Tissot durch seine Auftritte in Veitshöchheim bei der Fastnacht in Franken bekannt geworden. Doch sein Kerngeschäft ist das eines „Hofnarren". Was man als solcher für Rechte und Pflichten hat, was man sich erlauben kann und was nicht, darüber sprach der „Wortakrobat" und „Lachverständige" nun als Gast im PresseClub Nürnberg. Motto des Abends: „Entertainment - das Geschäft mit dem Humor".

Rund 150 Auftritte hat der promovierte Soziologe Tissot jährlich. Gebucht wird er vor allem von Unternehmen - für die Gala, die Manager-Sitzung oder zu Vertragsverhandlungen. Sein Auftrag: den Menschen den Spiegel vorzuhalten. Er spricht an, was andere nicht zu sagen wagen. Er ist das Ventil, das den Druck ablässt. Und damit das gelingt, nutzt er den Humor. Dabei ist es nicht sein Ziel, jemanden zu verletzen. Vielmehr will er gemeinsam mit den Betroffenen lachen - auf Augenhöhe. Nur diese Art des Lachens reinige die Stimmung, lockere sie auf und helfe dabei, Konflikte zu bereinigen. Zumindest könnten sich die Beteiligten nach einer gemeinsamen Lach-Sitzung anschließend meist wieder offen in die Augen schauen und über festgefahrene Positionen neu diskutieren.

Und weil jede Firma mit einem anderen Problem hadere, sei jeder Auftritt maßgeschneidert und ein Unikat. Deswegen hat Tissot auch kein festes Programm, das er allabendlich auf den Kleinkunstbühnen des Landes präsentieren könnte. Seine Stärke ist seine Spontanität - und mittlerweile seine Erfahrung. „Doch so unterschiedlich Firmen auch sind, es gibt Dinge, die sind überall ähnlich. Beispielsweise, dass es zwischen Marketing und Vertrieb häufig Meinungsverschiedenheiten gibt", sagte Tissot, der Schnellsprecher und Schnelldenker.

Moderiert wurde der Abend von Gabriele Koenig, Vize-Vorsitzende des PresseClubs. Sie wollte unter anderem wissen, was Tissot von einigen fränkischen Berufskollegen hält. Zum Beispiel von „Heißmann & Rassau"? „Vor ihrer Lebensleistung gehe ich in die Knie", sagte er. Eine „Wohltat" sei es zudem, wenn Matthias Egersdörfer als nahezu Einziger im Tatort richtig schön fränkisch spreche. Sein Bühnenprogramm aber sei Tissot zufolge eher etwas „für die Hartgesottenen". „Das ist nicht meins." Er bevorzuge die poetische Seite des Schauspielers und Komikers. Und Lizzy Aumeier? „Die mag ich sehr. Sie ist ein echter Exportschlager, brüllend komisch und mitunter so derb, das würde sich kein Mann trauen."

Und was ist sein ganz persönliches Vorbild? Tissot muss nicht lange überlegen: „Heinz Erhardt. Den finde ich genial."

Text von: NINA DAEBEL

03.05.2017 - Tag der Pressefreiheit

Murat Suner, Verleger und Mitbegründer von ,,60 Pages''

 

Moderation: Gabriele Koenig 

 

Zeitungsbericht 1 

 

 

INTERNATIONALER TAG DER PRESSEFREIHEIT

Dass man die Pressefreiheit in Zeiten, in denen sie alles andere als selbstverständlich ist, hoch leben lassen sollte, dafür plädierte Gabriele Koenig im PresseClub Nürnberg. Als Gast begrüßte die Vize-Vorsitzende am Tag der Pressefreiheit den in Berlin lebenden Murat Suner, Verleger und Mitbegründer der Plattform „60pages". Der 50-Jährige stammt aus Istanbul und ist in Deutschland aufgewachsen, in Nürnberg hat er studiert.

Mit „60pages" hat Suner ein digitales Medium geschaffen, auf dem Autoren und Journalisten aus der ganzen Welt ihre Texte veröffentlichen können. Vor allem auch aus Ländern, in denen die Artikel ansonsten der Zensur zum Opfer fallen würden.

Doch „60pages" ist noch mehr. Suner organisiert im Rahmen dieses Projekts auch Workshops mit Journalisten-Kollegen. Zuletzt war er in Istanbul. Das war im März dieses Jahres, noch vor dem Referendum in der Türkei. Suner hatte erwartet, dass seine türkischen Kollegen angesichts der Ereignisse in ihrem Land „gebrochen und traumatisiert"sein würden. Doch er hat Menschen getroffen, die trotz aller Widrigkeiten für ihr Land und ihre Freiheit kämpfen wollen. Suner ist fest davon überzeugt, dass es von diesen Menschen in der Türkei noch sehr viel mehr gibt. „Wenn ich die wegen Erdogan und seiner Politik boykottiere und mich abwende, lasse ich sie allein - auch wirtschaftlich", sagte Suner. Seiner Meinung nach dürfe nicht unterschätzt werden, wie stark und selbstbewusst eine Zivilgesellschaft sein könne. Und genau die müsse unterstützt werden.

Was man tun könne, um die Journalisten-Kollegen in der Türkei zu unterstützen, wollte einer der Zuhörer wissen. Eine „großartige Sache" sei Suner zufolge die Partnerschaft, die der PresseClub Nürnberg seit 2004 mit einem Journalistenverein in Antalya pflege. „Persönliche Kontakte sind wichtig, und dass man türkische Medien unterstützt, beispielsweise durch ein Abo."

Suner persönlich will weiterhin Workshops in Ländern veranstalten, in denen Pressefreiheit keine Selbstverständlichkeit ist. In Tunesien zum Beispiel und in Pakistan. Auch im Iran würde er ein solches Projekt gerne umsetzen. Doch das, so bedauerte er, sei im Moment zu schwierig.

Text von: NINA DAEBEL

10.05.2017 - Geselliger Abend mit den Gästen des Journalistenverbandes aus Antalya 

- nur für Mitglieder - 

 

Zeitungsbericht 1 

Zeitungsbericht 2

Zeitungsbericht 3 

 

 

IN FREUNDSCHAFT VERBUNDEN

 

Eine Freundschaft, die auf einem festen Fundament ruht, kann so leicht nichts erschüttern. Das zeigte einmal mehr der Besuch der türkischen Journalisten-Delegation aus Antalya, die sich eine Woche lang in Nürnberg aufhielt. Sie war der Einladung des PresseClubs Nürnberg gefolgt, mit dem sie seit 2004 eine enge Partnerschaft verbindet.

Und diese Partnerschaft wird unter anderem durch gegenseitige Besuche gepflegt. Während Mitglieder des Presseclubs im vergangenen Jahr in Antalya waren, folgte nun der Gegenbesuch der türkischen Kollegen. Der Abschiedsabend im Marmorsaal mit Essen, Geschenken und guten Gesprächen, war geprägt von Herzlichkeit, gegenseitiger Wertschätzung und inniger Freundschaft. So setzte man gemeinsam ein Zeichen für ein friedliches Miteinander.

„Die Basis unserer Freundschaft ist die Begegnung und die Meinungs- und Pressefreiheit. Das war immer so, das ist so und das wird weiterhin so bleiben", betonte Dr. Siegfried Zelnhefer, Vorsitzender des PresseClubs. Er wies außerdem darauf hin, dass Journalisten in einer freien Gesellschaft ausschließlich der Demokratie und den Menschen gegenüber verpflichtet seien. Und so hoffe er auf die Unabhängigkeit der Journalisten auf der ganzen Welt.

Außerdem betonte Zelnhefer, fest entschlossen zu sein, die Freundschaft zu den Kollegen aus Antalya weiterhin zu pflegen. Das bekräftigte auch Mevlüt Yeni, Vorsitzender des Journalistenverbandes „Antalya Gazeteciler Cemiyeti". „Wir sind alle aufgeregt, froh und glücklich, hier zu sein", sagte Yeni, der selbst bereits sieben Mal an den gegenseitigen Besuchen mitgewirkt hat. Er sei zudem stolz darauf, durch diese Freundschaft und die damit verbundenen Besuche, den eigenen Horizont erweitern, gegenseitige Vorurteile abbauen und dazu beitragen zu können, dass sich die Menschen beider Städte näher kommen. Zwar werde man nicht immer überall einer Meinung sein, aber ein Ziel verbinde ganz stark: Dass man gemeinsam für Frieden und Menschlichkeit eintreten wolle. „Wir Journalisten haben es schwer und können es nicht jedem recht machen. Wir können überall auf der Welt sanktioniert werden", sagte Yeni. Doch man werde weiterhin versuchen, objektiv und neutral zu berichten.

Yeni ist optimistisch, dass die Freundschaft zwischen den Journalisten aus Nürnberg und Antalya weiterhin Bestand haben wird. „Unsere Freundschaft beruht auf einem starken Fundament. Das lässt sich auch nicht durch Krisen zwischen unseren Ländern hinweg fegen", betonte er. Gemeinsam habe man eine Medienbrücke errichtet, die enorm tragfähig sei und über die jeder laufen könne, der an der jeweils anderen Seite interessiert sei.

Text: NINA DAEBEL

 

 

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Nürnberg, 19. Mai 2017


Gäste aus Antalya


Gruppenbild mit den Gästen aus Antalya vor dem Pressehaus am Willy-Brandt-Platz. Foto: Hauck


Leider keine Fake News: Seit langem liefert der türkische Präsident Schlagzeile um Schlagzeile. Angesichts der rund 40.000 türkischstämmigen Menschen, die in unserer Region leben, beobachten wir die Lage in der Türkei genau. Und dank unserer Korrespondentin in Istanbul, Susanne Güsten, hoffen wir, Ihnen ein verlässliches Bild der Lage vor Ort zu schildern. Für mich war es sehr interessant, mit 14 Journalisten aus Nürnbergs Partnerstadt Antalya zu diskutieren. Die Kolleginnen und Kollegen besuchten auf Einladung des Presseclubs Nürnbergs die Region. In unserer Redaktion debattierten sie sehr engagiert mit meinem Kollegen Georg Escher und mir. Eine Frage kam gleich mehrfach: Berichtet ihr wirklich unabhängig? Das bezog sich einerseits auf unser Verhältnis zur Politik und andererseits auch auf unser Verhältnis zu Anzeigenkunden. In beiden Fällen konnte ich mit einem klaren "Ja" antworten - zur Verwunderung vieler türkischer Journalisten. Deren Alltag gestaltet sich eben nicht ohne Einflussnahme. Umso wichtiger ist meines Erachtens der Dialog. Schade, dass zwei der türkischen Vertreter bereits vorzeitig die Heimreise in die Türkei angetreten haben.







13.05.2017 - Presseclub unterwegs

Die Stadt Schwabach wird 900 Jahre alt - Wir besuchen Sie!

 

Zeitungsbericht 1 

08.06.2017 - Nürnberger Gespräche zur Fußballkultur

Herausforderung WM 2018 – Fußball und Menschenrechte in Russland

Im Gastgeberland der kommenden Weltmeisterschaft stehen die Menschenrechte besonders unter Druck. Wie bereits zu den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi stellt sich daher die Frage nach dem richtigen Umgang mit dem anstehenden Besuch in Russland.

Diese Frage möchten wir mit unseren Gästen im Rahmen der 11. Nürnberger Gespräche zur Fußball-Kultur diskutieren. Auf dem Podium nehmen Platz: DFB-Präsident Reinhard Grindel, Martin Endemann für die Fanvereinigung „Football Supporters Europe“, F.A.Z.-Sportredakteur Christoph Becker sowie Stefan Melle, Geschäftsführer des Deutsch-Russischen Austausch e.V. Die Moderation übernimmt der Medienwissenschaftler Prof. Bernd Gäbler von der FHM Bielefeld.

Im Sommer 2018 werden turnusgemäß die Weltspiele des Fußballs ausgerichtet. Doch um sportliche Aspekte allein drehen sich die Vorbereitungen auf die „Auswärtsfahrt“ nach Russland nicht. Große Sportveranstaltungen besitzen immer auch eine politische Dimension. Auswärtige Fans, die berichtenden Medien und teilnehmenden Verbände wissen um das politische Risiko der Instrumentalisierung.

Eine Fußball-Weltmeisterschaft und die damit verbundene massive internationale Aufmerksamkeit bieten jedoch auch immer wieder Chancen: Hinweise auf Einschränkungen der Menschenrechte, der Blick auf eine vielfältige und komplex strukturierte Gesellschaft und nicht zuletzt das Ereignis selbst – als Ort interkultureller Begegnung. Der Deutsche Fußball Bund hat bereits angekündigt, seine „Positionen auch in den Menschenrechtsfragen deutlich [zu] hinterlegen“ sowie den Austausch mit zivilgesellschaftlichen Gruppen zu suchen.

Ohne „Scheuklappen“ (Teammanager Oliver Bierhoff) wolle man bereits zum im Juni anstehenden Confederations-Cup fahren. Sichtbar würden so menschenrechtliche Probleme: Strukturelle Diskriminierung von Homosexuellen, nachlässiger Umgang mit Hasskriminalität, Bagatellisierung häuslicher Gewalt und zunehmende Einschränkung der Meinungs-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit werden beispielsweise immer wieder im Zusammenhang mit dem Gastgeberland thematisiert.

Darüber muss gesprochen werden:

Am 8. Juni 2017, um 19 Uhr im Marmorsaal des Presseclub Nürnberg.

Der Eintritt ist frei, Anmeldung notwendig: info@fussball-kultur.org (Betreff: WM in Russland)

Veranstalter: Deutsche Akademie für Fußball-Kultur in Kooperation mit Presseclub Nürnberg, Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg und Nürnberger Menschenrechtszentrum (NMRZ)

 

1_Herausforderung WM 2018_Nbg Gespraeche

 

Zeitungsbericht 1 

Zeitungsbericht 2 

Zeitungsbericht 3 

Zeitungsbericht 4 

 

 

"Überlastet den Fußball nicht"

Kamerateams drängen in den Marmorsaal. Auf dem Gewerbemuseumsplatz steht ein Übertragungswagen. DFB-Präsident Reinhard Grindel ist zu Besuch im Presseclub Nürnberg – und zahlreiche Journalisten haben drängende Fragen zur WM 2018 in Russland.

Es ist eine Sportveranstaltung mit politischer Brisanz. Denn Russland missachtet Menschenrechte. Viele Journalisten und Fußball-Fans wünschen sich deshalb Antworten von den Fußball-Verantwortlichen. Diesen Fragen hat sich nun DFB-Präsdient Reinhard Grindel im Presseclub gestellt.

Im Rahmen der 11. Nürnberger Gespräche zur Fußball-Kultur diskutieren im Presseclub Nürnberg unter dem Titel "Herausforderung WM 2018 – Fußball und Menschenrechte in Russland" außerdem: Martin Endemann für die Fanvereinigung "Football Supporters Europe", F.A.Z.-Sportredakteur Christoph Becker sowie Stefan Melle, Geschäftsführer des Deutsch-Russischen Austausch e.V.. Die Veranstaltung wurde organisiert von der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur in Kooperation mit dem Presseclub Nürnberg, dem Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg und dem Nürnberger Menschenrechtszentrum (NMRZ). Die Moderation übernahm der Medienwissenschaftler Prof. Bernd Gäbler von der FHM Bielefeld.

Reinhard Grindel machte bereits zu Beginn der Diskussionsrunde deutlich, dass er nichts von einem Boykott der WM in Russland hält. Er wünsche sich eine WM, bei der sich jeder Fan wohlfühlen kann – egal aus welchem Land er kommt oder welche sexuelle Orientierung er hat. „Wir verstehen Fußball als Vielfalt“, sagte der DFB-Präsident. Und dennoch betont Martin Endemann: "Es gibt Fans, die fahren bewusst nicht zu dieser WM."

Dass Russland die internationale Aufmerksamkeit für seine Zwecke nutzen könnte, sieht Stefan Melle als Gefahr. Der Kreml werde damit versuchen zu beweisen, dass Russland auf der Welt anerkannt sei. Die kritischen Stimmen dürften deshalb nicht verstummen.

Damit dies vor allem während der WM gelingt, fordert Grindel: „Die Journalisten müssen eine Akkreditierung bekommen, die sie berechtigt, vollumfänglich von den Orten zu berichten, die sie für richtig halten. Ohne jede Beschränkung.“ Christoph Becker sieht den bevorstehenden Confed Cup da als Generalprobe. Über seine journalistische Arbeit bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi sagt er: "Ich hatte keine Probleme bei meiner Arbeit." Doch in Russland liege das Augenmerk ohnehin auf den einheimischen Medien - vor allem dem Fernsehen.

Grindel ist sich bei den 11. Nürnberger Gesprächen zur Fußball-Kultur sicher, dass jedes Land, das eine WM ausrichte, weiß, „dass der Lichtkegel der Welt auf dieses Land gerichtet ist.“ So auch Katar, das 2022 zum Gastgeber der Fußball-WM wird. Nach den jüngsten Entwicklungen sieht er den Fußball erst nach der Politik gefordert: "Ich finde, dass man den Fußball an der Stelle nicht überhöhen oder überlasten darf.“

 

 

 

 

 

 

27.06.2017 - Gast im Presseclub 

Ulf Poschardt, WELT-Chefredakteur

 

Moderation: Alexander Jungkunz 

 

Pressebericht 1 

 

 

„So viel Zukunft wie im Moment war nie"

 

Guter Journalismus hat eine Zukunft. Davon ist Dr. Ulf Poschardt überzeugt. Der gebürtige Nürnberger ist seit 2016 Chefredakteur von WeltN24 in Berlin. Im Presseclub Nürnberg analysierte er die Medienlandschaft und sprach über ihre Chancen und Risiken in Zeiten des digitalen Wandels.

 

„Wir müssen besseren Journalismus machen. Mit mittelmäßigem Schrott kommt man nicht mehr durch und das ist gut so", sagte Poschardt. Die Praxis zeige, dass der Leser Qualitätsjournalismus wolle und auch bereit sei, dafür zu bezahlen. Schnelligkeit und Substanz sei das, worauf es hier ankomme. Redaktionen müssten sich und ihre Arbeit demnach immer wieder selbst hinterfragen: Was habe ich zu bieten und ist das gut genug für den Markt? „Mit dem, was es überall gibt, braucht man gar nicht mehr anzutreten." Aber wer sich seiner Stärken bewusst sei, könne die auch monetarisieren.

 

Überleben werden Poschardt zufolge allerdings nur die Marken, die auch im Digitalen als solche funktionieren. Und ein Ende des momentan stattfindenden Transformationsprozesses sei nicht in Sicht. „Es gibt keinen Stillstand. Die Digitalisierung geht immer weiter. So viel Zukunft wie im Moment war nie", sagte der Chefredakteur und betonte, wie wichtig gute Journalisten mit eigenen Meinungen für diesen Prozess seien. Zwar sei es nicht immer einfach, diese Talente zu finden. Doch die Welt sei voll von klugen Köpfen und die gelte es für guten Journalismus zu begeistern. Das setze allerdings voraus, dass Verlage als Arbeitgeber attraktiv seien.

 

Poschardt selbst sucht für sein Team stets nach Leuten, „die mich nicht langweilen". Wichtig sei zudem, dass eine Mannschaft „happy" sei. Nur dann könne sie die zunehmende Arbeitsverdichtung bewältigen. Und die sei mittlerweile enorm. Poschardt selbst erklärte, rund um die Uhr Chefredakteur zu sein. Da komme es vor, dass er seine Kinder ins Bett bringe und dann schon wieder auf dem Sprung zurück in die Redaktion sei. Doch so stressig das mitunter auch sei, Poschardt möchte nicht darauf verzichten, Teil dieses momentan stattfindenden einzigartigen Transformationsprozesses zu sein.

 

Text: Nina Daebel

 

 

05.07.2017 - Gäste im Presseclub

Sebastian Brehm/CSU, Martin Burkert, MdB/SPD, Gabriela Heinrich, MdB/SPD und Michael Frieser, MdB/CSU

 

Moderation: Kerstin Dornbach und Gabriele Koenig 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pressebericht 1 

 

 

Das „Duell der Direktkandidaten“

Zwei Monate vor der Bundestagswahl waren die Bundestagskandidaten Sebastian Brehm und Michael Frieser (beide CSU) sowie Gabriela Heinrich und Martin Burkert (beide SPD) zu Gast im Presseclub. Sie haben über soziale Gerechtigkeit in Deutschland und Bauvorhaben in Nürnberg diskutiert – aber auch Einblicke in ihren persönlichen Wahlkampf gegeben.

Sebastian Brehm ist mit einem blau lackierten und umgebauten Feuerwehrauto unterwegs. Gabriela Heinrich macht sich in einem weißen Wagen mit rotem Logo auf den Weg zu den Wählern. Die Bundestagskandidaten sind mitten im Wahlkampf und haben bei einer Diskussionsrunde im Marmorsaal ihr Wahlprogramm vorgestellt. So machte Brehm deutlich, dass er die Wähler mit einer Politik nach dem Vorbild Ludwig Erhards („Wohlstand für Alle“) von sich überzeugen will. „Es soll sich lohnen zu arbeiten“, sagte der CSU-Politiker. „Das wird dazu führen, dass jeder Leistung bringen will.“ Die SPD-Bundestagsabgeordneten erläuterten ihre Ziele so: „Wir wollen die Schere zwischen Arm und Reich schließen.“ Zum Beispiel mit der Abschaffung der Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge wollen die Sozialdemokraten das schaffen. Die CSU hingegen will Familien mit einem Baukindergeld unterstützen. Überhaupt setzt die Partei mit der Wohnungspolitik einen Schwerpunkt. Sie will in Nürnberg neue Wohnungen bauen und damit die Mietkosten senken. Der SPD aber dauert das zu lange. Heinrich sagte: „Wir brauchen höhere Löhne.“

Die Kandidaten kennen sich. Eine hitzige Diskussion, wie sie sich Spitzenpolitiker im Fernsehen liefern, blieb daher aus. „Wir sind froh über die Unterschiede“, kommentierte Frieser die Sicht der SPD. Von der, seiner Meinung nach größten Herausforderung seien sowieso beide Parteien betroffen: „Was sollen wir tun in einer Stadt, in der die Menschen nicht erreichbar sind?“ Mit einem Faltblatt, in dem er den Nürnbergern Antworten auf die dringendsten Fragen gibt, will er die Wähler erreichen. Burkert sagt, er gehe auf Kerwas, schüttle jede Hand und muss dann oft zu verkehrspolitischen Themen Stellung beziehen. Eines davon ist der, von der Bahn geplante Ausbau der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Nürnberg nach Berlin. Im Presseclub sagte der Verkehrspolitiker Burkert, dass er hoffe, Berlin bald in drei Stunden mit dem Zug erreichen zu können.

Eine Angelegenheit, die alle vier Direktkandidaten für Nürnberg angehen wollen, ist die Instandsetzung der Zeppelintribüne und der Anlagen am Zeppelinfeld. 73 Millionen Euro bräuchte es, um das marode NS-Erbe auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Die CSU- und SPD-Politiker erhoffen sich zwar eine kräftige Finanzspritze vom Bund –

doch noch ist die Finanzierung nicht gesichert. „Die Zeppelintribüne ist ein hartes Brot“, fasst Frieser das Problem zusammen.

In knapp drei Monaten wird sich zeigen, welcher Bundestagskandidat die Wähler überzeugen konnte. Bei der Frage, wer für sie der Spitzenkandidat oder die Spitzenkandidatin ist, ließen Heinrich, Burkert, Brehm und Frieser hingegen keine Zweifel. Die Moderatorinnen Gabriele Koenig und Kerstin Dornbach forderten die Kandidaten auf, ein Bild von ihrem Favoriten zu zeichnen. Während Brehm eine Angela Merkel in der Pose ihrer typischen „Merkel-Raute“ malte, brachte Heinrich einen kartoffelköpfigen Martin Schulz auf das Papier.

Marie Zahout

 

10.07.2017 - Gast im Presseclub 

Lothar Schmitt, Generalstaatsanwalt

 

Moderation: Gabriele Koenig 

 

Pressebericht 1 

 

Ein „General" braucht Fingerspitzengefühl

 

Der Rechtsstaat ist für Lothar Schmitt keine Selbstverständlichkeit. „Er ist dynamisch und etwas, wofür wir arbeiten und kämpfen müssen - jeden Tag aufs Neue", sagte der Jurist, der seit Februar dieses Jahres als Generalstaatsanwalt in Nürnberg tätig ist und nun zu Gast im Presseclub war.

Schmitt ist gebürtiger Oberfranke, lebt in Würzburg und muss in seinem Beruf täglich ein hohes Maß an Kompetenz und Fingerspitzengefühl beweisen. Dabei ist ihm eines besonders wichtig: „Dass die Entscheidungen der Justiz von allen Beteiligten verstanden werden - vom Opfer, vom Angeklagten und von der Öffentlichkeit." Außerdem versucht er immer wieder, die Täter zum Sprechen zu bringen und sie aus ihrer Verweigerungshaltung zu holen. Das sei zwar häufig nicht möglich. Doch wenn es gelinge, sei das vor allem für das Opfer eine Erleichterung. Weil es dann gar nicht erst in die Situation komme, sich rechtfertigen und verteidigen zu müssen.

Auch über das Verhältnis von Justiz und Medien sprach Schmitt an diesem Abend. Als „fatal" bezeichnete er es, wenn Täterwissen in die Öffentlichkeit gelange. „Dadurch werden die Ermittlungen erschwert. Wir sind auf dieses Täterwissen angewiesen, sonst können wir keine Urteile fällen", sagte Schmitt und betonte, dass auch die enge Zusammenarbeit mit der Polizei und den dortigen Ermittlern für seine Arbeit unverzichtbar sei. Dass diese Kooperation gut funktioniere, sei auch beim Thema „Bandenkriminalität" wichtig. In solchen Fällen die entsprechenden Nachweise erbringen zu können, sei mitunter enorm schwierig. „Man darf aber die Flinte nicht ins Korn werfen. Wenn man sich Mühe gibt, kann man auch diesen Deliktbereich in den Griff bekommen."

Und was hat Schmitt an seinem ersten Tag als Generalstabsanwalt in Nürnberg gemacht? Er hat die Gelegenheit genutzt, seinem Personal gegenüber einige wichtige Dinge zu kommunizieren. „Zum Beispiel, dass ich der Herr Schmitt bin und man mich nicht als Generalstaatsanwalt ansprechen muss", so der „General", wie man im Fachjargon salopp sagt. In Bayern gibt es davon übrigens insgesamt drei: in Nürnberg, München und Bamberg. Der Geschäftsbereich der Generalstaatsanwaltschaft Nürnberg umfasst den Bezirk des Oberlandesgerichts Nürnberg und damit die Regierungsbezirke Mittelfranken, Oberpfalz und Teile von Niederbayern mit 497 Gemeinden, 16 Landkreisen, 9 kreisfreien Städten mit insgesamt mehr als drei Millionen Einwohnern. Für Schmitt und seine Kollegen bedeutet das viel Arbeit. Ihr Ziel: Die Verfahren, die auf ihren Schreibtischen landen, möglichst zügig abzuschließen. Und das gelingt, wie die Statistik zeigt.

Text: Nina Daebel

 

12.07.2017 - Sommerfest des Presseclub

Bei schönem Wetter im Innenhof, bei schlechtem Wetter im Marmorsaal

 

- nur für Mitglieder -

 

 

Beim Sommerfest die Kunst der Kommunikation gepflegt

Eines können die Mitglieder des Presseclubs Nürnberg besonders gut: kommunizieren. Dazu forderte sie der Vorsitzende Dr. Siegfried Zelnhefer während des diesjährigen Sommerfestes denn auch ausdrücklich auf. „Wir wollen uns auf unsere Kernkompetenz, die Kommunikation, besinnen und diese Kunst heute pflegen", sagte er eingangs. Deswegen war auch bewusst auf ein Bespaßungs-Programm verzichtet worden.

Zelnhefer bedankte sich bei den Mitgliedern für ihre Treue. In diesem Jahr habe der Presseclub bereits zu insgesamt 18 Veranstaltungen eingeladen, was ein neuer Rekord sei. Am 29. September steht ein weiteres Fest auf dem Programm, wie der Vorsitzende ankündigte: Dann heißt es: „20 Jahre Nürnberger Akademie und Presseclub im Marmorsaal."

Text: Nina Daebel

21.07.2017 - Gäste im Presseclub

Monika Hohlmeier, MdEP, Günter Gloser, Staatsminister a.D.,

Lukas Ott, Pulse of Europe zum Thema Europa

 

Moderation: Joachim Hauck 

 

Zeitungsbericht 1 

 

 

Europa braucht Gemeinsamkeit

Es gibt keine Alternative zu Europa. Darin waren sich die Gäste im Presseclub einig. Genauso wie darüber, dass die Mitgliedsstaaten hart an der Zukunft der Europäischen Union arbeiten und ihre Einzelinteressen in den Hintergrund stellen müssen. Vielmehr sollten sie sich auf ihre Gemeinsamkeiten besinnen, hieß es.

Auf dem Podium saßen diesmal Monika Hohlmeier, Abgeordnete im Europäischen Parlament, sowie Günter Gloser, ehemaliger Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, und Lukas Ott von der Organisation „Pulse of Europe". „Wir sollten Europa als etwas Gemeinsames verstehen und die großen Probleme gemeinsam angehen", forderte Hohlmeier. Sie wünschte sich zudem, dass Europa künftig nicht mehr immer dann als Sündenbock herhalten müsse, wenn es mal schwierig werde. Schließlich könne die EU nur das tun, was die Mitgliedsstaaten sie auch tun lassen würden.

Nach seinen Visionen für Europa gefragt, sagte der 17-jährige Ott: „Ich hoffe, dass es die EU irgendwann einmal mit einem eigenständigen Parlament gibt, so dass wir die Nationalstaaten nicht mehr brauchen." Zudem sei es seiner Meinung nach dringend erforderlich, Visionen und Utopien für ein besseres Europa zu entwerfen. Schließlich sei die EU die Antwort auf zwei Weltkriege. Das sei denn auch der ausschlaggebende Grund für ihn gewesen, sich für Europa zu engagieren. Ott war auf den einstigen Schlachtfeldern von Verdun und hat einen ehemaligen KZ-Häftling getroffen. Anschließend sei für ihn klar gewesen: Das darf nie wieder passieren und damit das nie wieder passiert, braucht es Europa - und die europäischen Bürger. „Wenn es die Regierungen nicht schaffen sollten, mit einer Stimme zu sprechen, den Bürgern wird es gelingen. Davon bin ich überzeugt."

Gloser indes verwies auf die gemeinsamen Ziele und Werte, auf die man sich verständigt habe. Er forderte weniger Egoismus. „Wenn jeder nur sich selbst an erster Stelle sieht, wird Europa langfristig nicht funktionieren." Die EU müsse Priorität haben, was aber nicht bedeute, dass die Nationalstaaten verschwinden würden. Dem Europäischen Parlament würde Gloser indes mehr Rechte einräumen wollen.

Kontrovers wurde die Diskussion schließlich, als Moderator Joachim Hauck kritisierte, dass die EU dem Treiben Viktor Orbáns viel zu lange zugesehen hätte. „Was hätte die EU tun sollen? Sie muss die Rechtsstaatlichkeit einhalten", konterte Hohlmeier und betonte, wie wichtig es sei, immer wieder das Gespräch zu suchen und zu verhandeln. Und zwar so lange, wie es nur irgendwie gehen würde. Wenn man die Brücken zu früh abbreche, würde man letztlich genau das Gegenteil von dem erreichen, was man ursprünglich habe erreichen wollen.

Text: Nina Daebel

24.07.2017 - Kooperationsveranstaltung mit MTP, CommClub Metropolregion und Universal Mc Cann

Ein Abend mit WAVE 9 ,,THE MEANING OF MOMENT''

 

 

Über die Wahl des richtigen Kanals

Wie präsentiert man sein Unternehmen auf den zahlreichen „Social Media"-Kanälen richtig? Und auf welchem dieser Kanäle muss man überhaupt präsent sein, um neue Kunden zu werben? Solche Fragen will die Studie „Wave 9" beantworten. Präsentiert wurden ihre Ergebnisse im Presseclub Nürnberg.

„Wave 9" ist die weltweit wohl größte und am längsten laufende „Social Media"-Studie. In diesem - ihrem neunten Jahr - stand sie unter dem Motto „The Meaning of Moment". Ihr Ziel: Das Nutzerverhalten auf den unterschiedlichen Plattformen zu analysieren. Die Erkenntnisse aus der Studie sollen Unternehmen dabei helfen, den für sie besten Weg durch den „Social Media"-Dschungel zu finden. Denn längst gibt es nicht mehr nur den einen Weg, wie Anna Zmuda erklärte. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Danielle Weimer präsentierte sie „Wave 9". Beide sind bei der weltweit agierenden Mediaagentur Universal McCann tätig, die diese Studie initiiert hat und jedes Jahr aufs Neue durchführt. Diesmal waren in 78 Ländern rund 52 000 Menschen befragt worden. Die Präsentation der Ergebnisse fand in Kooperation mit dem Presseclub, dem CommClub Metropolregion und MTP (Marketing zwischen Theorie und Praxis) statt.

Am Anfang stand die Erkenntnis: Das Smartphone ist kein reiner Zeitvertreib mehr, sondern zu einem alltäglichen Gegenstand geworden. „Unternehmen können das für sich nutzen und gezielt potentielle Kunden ansprechen", betonte Zmuda. Junge Frauen zwischen 25 und 39 Jahren, mit einem großen Interesse an dekorativer Kosmetik und an Kindern, seien beispielsweise gerne auf der Plattform „Pinterest" unterwegs. „Pinterest inspiriert und fordert dazu auf, sich inspirieren zu lassen. Außerdem bietet es die Möglichkeit, Themenwelten aufzubauen und abzuspeichern", erklärte Zmuda. Eine rege Interaktion sei möglich. Dadurch könnten Unternehmen diverse Begehrlichkeiten wecken und würden nicht so schnell wieder in Vergessenheit geraten.

Instagram hingegen sei der neue „Happy Place". Hier sei alles schön. Und hier würden all jene verkehren, die nach Anerkennung suchen. Die Zielgruppe: Frauen zwischen 16 und 29 Jahren. „Genutzt wird dieser Kanal dynamisch und flüchtig. Deswegen braucht der Nutzer einen wirklich guten Grund, um anzuhalten", erklärte Zmuda und verwies in diesem Zusammenhang auf animierte und aufmerksamkeitsstarke Videos. „Die sind perfekt."

Im Gegensatz dazu könne facebook immer noch mit seiner unglaublich guten Infrastruktur punkten. Diese biete verschiedene Möglichkeiten zur Interaktion und sei vor allem für all jene Unternehmen bedeutend, deren Inhalte auf den ersten Blick vielleicht nicht allzu interessant seien. Twitter sei Zmuda zufolge in Deutschland mittlerweile kaum noch relevant. Und „Snapchat" sei als Marketing-Kanal eher ungeeignet. Diese Plattform werde vor allem von 14 bis 19-Jährigen genutzt, um sehr emotionale Momente zu zelebrieren. „Wenn sie da als Marke reingehen, werden die Teenager sie hassen", hieß es. Zmuda empfahl indes, mit so genannten „Influencern" zusammen zu arbeiten. Das sind Personen mit starker Präsenz in den Sozialen Medien, die Marken aufgrund ihrer enormen Vernetzung schnell zum Erfolg verhelfen können.

Zmuda erklärte schließlich, dass es immer darauf ankäme, als Unternehmen die Bedürfnisse seiner Zielgruppe verstehen zu lernen. Danach müsse sich später die Wahl der „Social Media"- Plattform richten, auf der man sich präsentieren wolle. So lautete das Fazit schließlich: „Es gilt, die passende Botschaft, zum richtigen Zeitpunkt, über die relevanten Kanäle an die passende Zielgruppe zu richten."

Text: Nina Daebel

31.07.2017 - Gast im Presseclub 

Christian Schmidt (CSU), MdB, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft

 

Moderation: Stephan Sohr 

 

Zeitungsbericht 1 

Zeitungsbericht 2 

 

 

„Ernährung ist ein pseudoreligiöses Thema“

Wenn Christian Schmidt einkaufen geht, fühlt er sich wie ein verdeckter Ermittler. In dem Supermarkt nahe der tschechischen Botschaft in Berlin trifft er auf Angela Merkel, während er die Butterpreise vergleicht. 1,89 Euro koste das Stück Butter im Durchschnitt, erzählt der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft im Marmorsaal. „Der Preis ist um einen Euro gestiegen“, sagt er weiter. Trotzdem sei die Nachfrage unverändert. „Wir müssen die Gewinnverteilung zu Gunsten der Erzeuger anpassen“, fordert der Landwirtschaftsminister. Laut wird er dabei nicht. „Ich bin kein Krawallmacher“, sagt er über sich selbst. Seine Arbeit bezeichnet er als „Sachpolitik“. In Rage gerät er dann aber doch, als es um das Thema Glyphosat geht. „Ich bin kein Aktionär von Glyphosat, aber bei einem Verbot bekommen wir Probleme mit viel weniger erforschten Pflanzenschutzmitteln“, sagt der CSU-Politiker über das Unkrautvernichtungsmittel.

In der ökologischen Landwirtschaft will er den Anteil der bewirtschafteten Flächen auf 20 Prozent erhöhen. Die Nachfrage nach Ökoprodukten wächst. Deutschland ist weltweit der zweitwichtigste Markt für Bio-Produkte. Doch derzeit werden nur rund sieben Prozent der Flächen für den Anbau von Bio-Lebensmitteln genutzt. Andere europäische Länder hingegen setzen schon lange auf Öko. „Die österreichische Landwirtschaft hat die Grenzen zwischen der ökologischen und konventionellen Landwirtschaft viel schneller zugeschüttet“, sagt Schmidt. Viel wichtiger als ein Bio-Siegel sei dem Verbraucher aber der Kauf eines regionalen Produkts, erklärt er weiter. Schmidt plädiert für ein staatliches Lebensmittel-Siegel, um den Dschungel an unterschiedlichsten Labeln im Supermarkt für den Verbraucher zu lichten.

„Ernährung ist zu einem pseudoreligiösen Thema geworden“, sagt Schmidt im Presseclub Nürnberg. Die Veranstaltung wird von Stephan Sohr, Chefredakteur der Nürnberger Zeitung, moderiert. Während es bei Schmidts Vorgängern in der Landwirtschaftspolitik noch um die Höhe der Preise ging, muss er sich mit der Frage auseinandersetzen, ob ein Schnitzel als vegan bezeichnet werden darf. „Nein, das verwirrt“, sagt Schmidt deutlich. „Ich muss auf die Gruppe Menschen schauen, die sich nicht mit dem Thema beschäftigen.“ Er möchte vermeiden, dass die Bezeichnung „vegan“ als Deckmantel für billige Produkte missbraucht wird. Er nennt den „Analogkäse“, also ein Käseersatz, der nicht aus Milch hergestellt wird, als Beispiel.

Schmidt bezeichnet sich als Flexitarier – und möchte trotzdem niemanden zum Vegetarismus „missionieren“. „Es geht um die Frage, was der Mensch für seine Ernährung in Kauf nimmt“, sagt er und sieht im Fleischkonsum keine direkte Gesundheitsgefahr. „Fleisch macht nicht süchtig. Bei Tabak ist das anders.“ Von Warnhinweisen auf Lebensmitteln hält er deshalb nichts. Trotzdem könnte er sich vorstellen, dass Verbraucher mit ihrem Smartphone einen QR-Code auf der Verpackung scannen, um mehr über die Inhaltsstoffe des Lebensmittels zu erfahren.

Im September wird ein neuer Bundestag gewählt. Der gebürtige Mittelfranke Schmidt will dann wieder „bei denen sein, die Entscheidungen fällen“. 1990 wurde er zum ersten Mal in den Bundestag gewählt und ist damit einer der Dienstältesten im Parlament. Schmidt könnte sich dann auch eine andere Aufgabe als den Posten des Landwirtschaftsministers vorstellen. Er sagt: „Ich bin zu lange dabei, um das Feld einzugrenzen.“

Marie Zahout

20.09.2017 - Presseclub unterwegs 

Germanisches National Museum, Führung durch die Ausstellung: ,,Luther, Kolumbus und die Folgen. Welt im Wandel 1500 - 1600''

-nur für Mitglieder-